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Es ist wie beim Brillenkauf – auch bei Bilderrahmen kann man aus verschiedenen Glasarten wählen. Wenn es um eine neue Brille geht, nimmt man gern das beste: super-entspiegelt, reflexfrei und kratzfest (bei Kunststoffgläsern). Aber ist das bei Bilderrahmen auch so? Antireflexglas ist auch hier teurer, aber ist es auch besser?
Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten – es kommt darauf an. Das in der Regel bei Rahmen verwendete Antireflexglas ist durch Microätzung der Oberfläche hergestellt. D.h. die Glasoberfläche ist leicht matt. Durch diese Mattierung werden Reflexionen vermindert, aber das Glas ist auch nicht so klar, wie Normalglas. Wenn z.B. ein Abstand zwischen Bild und Glas besteht, wie es beim Einsatz von Passepartouts der Fall ist, kann die Wirkung des Bildes daher beeinträchtigt werden.
Man sollte daher Antireflexglas nur dann vorziehen, wenn das Bild in hellen Räumen aufgehängt wird, wo es sonst zu starken Reflexionen kommen würde. Andernfalls ist Normalglas die bessere Wahl.
Es gibt aber noch eine Alternative bei Antireflexglas, die die genannten Nachteile nicht aufweist. Bei dieser Glasart erfolgt die Entspiegelung interferenzoptisch, ein Verfahren, dass auch bei Brillengläsern eingesetzt wird. Das Glas ist dadurch vollständig klar und farbtreu und es sind dennoch nahezu keine Reflexe sichtbar. Solches Glas ist natürlich besonders teuer, der Einsatz kann sich aber beim Einrahmen von hochwertigen Originalen auszahlen. Wenn man einen individuellen Bilderrahmen bei einem Einrahmer anfertigen lässt, kann man in der Regel auch auf diese Glassorte zurückgreifen.
Ein richtig gutes Foto sollte immer mit einem Passepartout gerahmt werden, sonst kann es nicht richtig wirken. Aber was ist das genau?
Ein Passepartout besteht aus einem Spezialkarton, der ca. 2 mm stark ist. In diesen ist ein Ausschnitt für das Bild geschnitten. Dabei sind die Schnittkanten schräg (45 Grad), so dass man diese direkt sieht. Wenn das Passepartout nicht weiss ist, treten die weißen Schnittkanten besonders hervor, was einen interessanten Effekt ergibt.
Wirkung
Das Passepartout tritt zwischen Bild und Rahmen und gibt dem Bild dadurch zusätzlich Raum. Wird zum Beispiel ein farbiger oder sehr breiter Rahmen verwendet, kann das den Bildeindruck stören. Durch den Passepartoutrand wird daher ein Abstand geschaffen und das Bild kann besser wirken.
Farblich sollte das Passepartout besser in den Hintergrund treten. Gedämpfte Weißtöne (kein grelles Weiß) sind fast immer eine gute Wahl. Man kann jedoch im Passepartout auch eine Farbe aus dem Bild aufgreifen. Das sollte dann aber auf keinen Fall eine dominierende Farbe sein, da das Passepartout sonst zu sehr ins Auge sticht.
Größe des Passepartouts
Der Passepartoutrand sollte möglichst breit gewählt werden. Das ist natürlich auch eine Kostenfrage, da das Außenmaß des Passepartouts das Maß des zu verwendenden Rahmens bestimmt. Man kann aber einiges sparen, wenn man das Außenmaß des Passepartouts so wählt, dass es einem Standardmaß für Bilderrahmen entspricht. Die teure Maßanfertigung eines Rahmens kann dann entfallen. Auch wenn das Bild in einem Sondermaß vorliegt, kann man so die Kosten für die Einrahmung begrenzen. Ein Passepartout mit maßgefertigtem Ausschnitt ist immer noch günstiger als ein maßgefertigter Bilderrahmen.
Material
Passepartoutkarton gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen. Einer der führenden Hersteller von Passepartoutkarton, Crescent, unterscheidet z.B. drei Qualitäten: Decorative Matboard, Conservation Matboard und Cotton Matboard.
Decorative Matboard, gute Standardqualität
Dieser Karton besteht aus einem säure- und ligninfreien Kern aus Zellulose und farbigem Oberflächenpapier. Es ist wichtig, dass ein Passepartout säurefrei ist, da Säure über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) das Bild angreifen kann, es vergilbt. Dieser Karton ist daher leicht basisch mit Kalziumkarbonat gepuffert. Er ist für die Rahmung von Postern, Kunstdrucken oder einfachen Bildern geeignet.
Conservation Matboard, bessere Qualität
Hier wird speziell behandelte Alphazellulose verwendet. Der Kartonkern und das Oberflächenpapier sind säure- und ligninfrei. Der Karton ist mit Kalziumkarbonat basisch gepuffert und erreicht einen pH-Wert von 7.5 bis 9.5. Damit ist diese Art Karton auch für die Rahmen von wertvolleren Bildern, z.B. von limitierten Auflagen geeignet. Er entspricht dem Mindeststandard für die konservierende Einrahmung.
Cotton Matboard, Museumsqualität
Die Spitzenklasse der Passepartoutkartons besteht nicht mehr aus Zellulose, die immer Säure enthalten kann und daher basisch gepuffert werden muss. Stattdessen wird Baumwolle verwendet. Diese ist garantiert säurefrei und damit ist diese Passepartoutqualität auch für die Einrahmung wertvoller Originale bestens geeignet. Allerdings hat der Herstellungsaufwand und die Qualität auch Ihren Preis. Man sollte daher je nach dem zu rahmenden Bild die passende Qualitätsstufe wählen.
