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Gibt es ein Material, aus dem sich kein Bilderrahmen fertigen ließe? Wohl kaum. Neben den üblichen Einfassungen aus Holz, Bronze, Silber, Alu, Kunststoff und Co. finden sich auch Leder, Bambus, Keramik und sogar Pappmache.
Wenn es um Fotographien geht, eignen sich stilvolle Glasrahmen mit ihrer transparenten Charakteristik besonders. Die Vielfalt daran ist ungeahnt groß. Zwar ist das Trägermaterial, also Glas, immer das Gleiche, doch die Verziehrungen können verspielt, nobel, schlicht oder extravagant sein. Farben und Ziselierungen spielen eine Rolle, aber auch Chatons. Das sind vom Goldschmied gefertigte Metallkonstruktionen, die Glas- oder Steinelemente einfassen. Auch Metallornamente sind zu finden. Funkelnde Strasssteine verleihen dem Arrangement etwas Lichthaftes.
Wunderschön romantisch berühren Bilderrahmen im Millefiori-Stil unser Herz. Diese zarten Blüten aus Glas in ihren leuchtenden Farben und immer wieder neuen, individuellen Formen, wurden schon bei Ausgrabungen gefunden und dem Zeitalter der Merowinger (400 – 750 n.Chr.) zugeordnet. Und doch hat ihre Ausstrahlung nichts an Reiz verloren. Auch Glasträger mit geometrisch gestaltetem Muranoglas ist ein schmuckes Gestaltungselement der Wohnräume. Und so harmoniert die Schönheit des unvergesslichen Moments, der da festgehalten wurde, perfekt mit der Ausdruckskraft des Rahmens.
Diese Vielfalt ermöglicht es kreativen Geistern, ihre Gefühle für die abgelichtete Person perfekt zum Ausdruck zu bringen. Sagen nicht ein Engel, ein Teddybär oder gar Herzen auf dem Rahmen mehr als tausend Worte?
Besondere Bilder brauchen besondere Rahmen. Egal ob es sich um einen sorgfältig ausgewählten Kunstdruck handelt, ein selbst gemaltes Werk oder eine Fotographie, die einen besonders lieben Menschen zeigt. Sie alle haben es verdient, in Szene gesetzt zu werden. Gerade nostalgische Motive oder alte, sepiafarbene Fotos erhalten durch einen Bilderrahmen im Jugendstil den Glanz des Unvergänglichen.
Schon die Mode um 1900 war extravagant, ein wenig bizarr, in grün und lila oder blau mit großen Tupfen. Und auch in der Kunst ebnete der Jugendstil den Weg für die Moderne. Denn Kunst sollte nicht mehr nur in Ateliers stattfinden, sondern bedeutete nun auch die extravagante oder verspielte Gestaltung von Alltagsgegenständen. Zweckmäßiges durfte und sollte schön sein. Auf Hausfassaden und an Gebrauchsgegenständen fanden sich dekorativ geschwungene Linien und Elemente aus der Pflanzenwelt. Asymmetrisches hielt seinen Siegeszug durch Europa. Die Bezeichnung Jugendstil entspringt übrigens der illustrierten Kulturzeitschrift „Jugend“, die 1896 in München gegründet wurde.
Jugendstil, das war vor allem eine Abkehr vom Altgewohnten. Es sollten nicht mehr historische Vorbilder imitiert, sondern etwas ganz Neues geschaffen werden. Das Ergebnis war weniger schwulstig und üppig, dafür nobel elegant. Wenn wir heute einen original Jugendstil Bilderrahmen erstehen können, zum Beispiel aus edler Bronze, weist er zumeist eine schöne Patina auf. Gibt es dazu das damals übliche gewölbte Glas, kommen Fotos oder eine exklusive Handarbeit, auf besondere Weise zur Geltung. Am stilvollsten wirkt natürlich ein Gemälde von Gustav Klimt im Jugendstilrahmen. Denn kein anderer Künstler gab dieser Epoche einen solch bezaubernd-sinnlichen Ausdruck.
